Erste "Sternchen" im September an der Weser

Weser-Kurier, 14.7.2007
Von unserer Redakteurin Frauke Fischer

BREMEN. Mütter und Väter, die bei DaimlerChrysler im hiesigen Werk arbeiten, haben ab Herbst eine Chance, ihre Kleinkinder betriebsnah betreuen zu lassen. Zunächst an vier Konzernstandorten bundesweit fällt dann der Startschuss für die Kinderkrippen „Sternchen".

Bremen ist nicht nur einer der ersten Standorte. Aus der Hansestadt kommt auch das pädagogische Konzept für die „bundesweite Betreuungsoffensive", wie der Konzern seine familienfreundlichen Aktivitäten nennt. Fachberaterin des Unternehmens nämlich ist Ilse Wehrmann. Bis zu ihrer Verabschiedung im Frühjahr war sie langjährige Abteilungsleiterin beim Landesverbands Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder der Bremischen Evangelischen Kirche (BEK). Vielerorts hat sie für einen höheren Stellenwert frühkindlicher Bildung gestritten.

In Stuttgart-Untertürkheim, Sindelfingen, Bremen und Berlin werden nun die ersten zusätzlichen Kinderkrippen von DaimlerChrysler mit jeweils verschiedenen Trägem eingerichtet. Insgesamt sollen laut Konzernmitteilung bis 2009 rund 350 zusätzliche Plätze an mehreren Standorten entstehen.

„Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für die Sicherung des Wirtschaftsstandorts Deutschland von großer Bedeutung", so Vorstandschef Dieter Zetsche. „Die Gesellschaft kann es sich nicht leisten, dass so viele Menschen auf Kinder verzichten, weil sie befürchten, Beruf und Familie nicht vereinbaren zu können", meint er.

Für Bremen nun, das als einer der größten Standorte für das Pilotprojekt ausgewählt wurde, geht es im September mit zwei Gruppen à acht Kinder los. Die Kleinen und ihre Erzieherinnen werden im Pfarrhaus der Melanchthongemeinde, das derzeit umgebaut wird, nahe des Betriebsgeländes untergebracht. Die Betreuungszeiten richten sich nach dem Bedarf.

„Es ist ein modernes Konzept", beurteilt Ilse Wehrmann die vom Unternehmen geforderten Standards, zu denen zweisprachige Erziehung mit so genannten Native Speakers, Kochen in der jeweiligen Krippe und Bildungselemente wie Umgang mit Natur und Technik oder Ernährungsfragen gehören. „Wir legen sehr viel Wert auf hohe Qualität in der frühkindlichen Bildung", versichert Konzernsprecherin Verena Müller.

Für die Bremische Evangelische Kirche ist es die sechste betriebsnahe Kinderbetreuung, die sie als Trägerin in der Hansestadt umsetzt, sagt Margrit Marquardt vom Landesverband. Die Weserstrolche am Klinikum Links der Weser, die Kraft Kids mit Kraft Foods in der Neustadt, in Bremen-Nord die Kooperation mit ArcelorMittal, die City-Kids in der Innenstadt sowie die neue Einrichtung in der Überseestadt, die im September startet, gehören dazu.